Ergebnisse der ACSSim-Studie: Computergestützte Vorhersage der Gore Excluder Conformable Endoprothese
Zielsetzung
Das Gore® Excluder® Conformable (EXCC) System bietet eine weniger invasive und risikoarme Alternative zur offenen Chirurgie sowie zu komplexen endovaskulären Eingriffen bei Patienten mit schwieriger Anatomie des Aortenhalses bei abdominellen Aortenaneurysmen.
Dank seiner speziellen Struktur verfügt das System über eine ausreichende Anpassungsfähigkeit, um Komplikationen bei der proximalen Abdichtung zu vermeiden. Dennoch ist sein mechanisches Verhalten komplexer als das herkömmlicher Systeme, und bei schwierigen anatomischen Verhältnissen bleibt die Implantation im proximalen Halsbereich des Aortenaneurysmas schwer vorhersehbar.
Ziel dieser Studie war die Entwicklung und Validierung eines digitalen Zwillings der EXCC-Implantation, um die proximale Abdichtung der Endoprothese präzise vorhersagen zu können.
Methoden
Es wurden zwanzig Patienten ausgewählt, die sich in einem Aortenzentrum aufgrund komplexer anatomischer Verhältnisse einer endovaskulären Aortenaneurysma-Reparatur mit dem EXCC-System unterzogen hatten.
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Die Implantation der Endoprothese in der jeweiligen Aorta wurde mittels Finite-Elemente-Methode (FEM) simuliert. Wir verglichen die durch die FE-Simulationen vorhergesagten Positionen mit postoperativen Computertomographie-Angiographien (CTA) und konzentrierten uns dabei mittels Hauptkomponentenanalyse auf den proximalen Achsenwinkel, die Zentrums-Positionen der Stents sowie die Durchmesser der Stentringe.
Ergebnisse
Für jeden der zwanzig Patienten konnte eine erfolgreiche FE-Simulation der Endoprothesen-Implantation durchgeführt werden. Die relativen Abweichungen bei Durchmesser und Vektor betrugen 4,65 ± 3,85 % bzw. 3,00 ± 1,41 mm.
Die mittlere Abweichung des Achsenwinkels lag bei 10,64 ± 5,09°. Die Ergebnisse zeigen eine zufriedenstellende Übereinstimmung zwischen den numerischen Simulationen und der postoperativen CTA. Die mittlere proximale Apposition betrug 81,64 ± 11,35 %. Die minimale und maximale Apposition der Endoprothese lag bei 54,27 % bzw. 95,11 %.
Schlussfolgerungen
Das FE-Modell konnte die Positionen der Stentgrafts bei 20 Patienten mit komplexer Anatomie präzise vorhersagen. Es wurden hohe Appositionsraten der Endoprothese beobachtet. Dies verdeutlicht das Potenzial von Computersimulationen, Komplikationen bei der proximalen Abdichtung der Endoprothese, wie Endoleaks und Migration, bereits vor dem Eingriff vorherzusehen.