PrediSurge beim Innovative Start Up Day von SNITEM

Die MedTech-Frontier meistern: Strategische Einblicke für nachhaltiges Wachstum durch den gezielten Einsatz von Versicherungen.
Die MedTech-Frontier meistern: Strategische Einblicke für nachhaltiges Wachstum durch den gezielten Einsatz von Versicherungen.Der Medizintechnik-Sektor (MedTech) ist von rasanter Innovation geprägt. Doch um bahnbrechende Ideen in langfristigen Erfolg zu verwandeln, ist ein strategisches Risikomanagement erforderlich...
1. Versicherungen als strategischer Wachstumshebel
Über die regulatorische Compliance hinaus spielen Versicherungen eine strategische Rolle bei der Wachstumsförderung von Health-Tech-Unternehmen, indem sie allen Stakeholdern Sicherheit bieten. Gemäß der aktualisierten CE-Kennzeichnungsverordnung müssen Unternehmen eine „ausreichende finanzielle Deckung“ nachweisen, die sich nach Faktoren wie der Klasse und Art des Produkts sowie der Unternehmensgröße richtet.
Eine globale Expansion – insbesondere in den US-Markt – kann das Versicherungsrisiko erheblich beeinflussen, da ein einziger großer Schadensfall in den USA die weltweite Versicherungskapazität ausschöpfen könnte. Dies erfordert eine Neuausrichtung des Risikomanagements. Zudem ist es wichtig, Tätigkeitsbeschreibungen in Versicherungspolicen nicht zu spezifisch zu halten (etwa durch die Nennung einzelner Produkte), da dies bei der Einführung neuer Produkte ohne vorherige Offenlegung zu Deckungslücken führen kann.
2. Komplexe Vertragsverhältnisse und Datensicherheit meistern
Der Abschluss großer Verträge – wie die Vereinbarungen von PrediSurge mit Medtronic oder Abbott – ist mit umfangreichen und oft anspruchsvollen Bedingungen verbunden. Zu den zentralen Herausforderungen gehören:
- Die klare Definition täglicher Lieferverpflichtungen über mehrere Zeitzonen hinweg sowie die Unterscheidung zwischen einer Ergebnisverpflichtung („Erfolgshaftung“) und einer Bemühensverpflichtung („Sorgfaltspflicht“).
- Die Gewährleistung eines strengen Datenschutzes, da die Einhaltung von Rahmenwerken wie DSGVO (Europa), HIPAA (USA) und sogar bundesstaatlichen Gesetzen (z. B. Kalifornien) nicht verhandelbar ist. Diese regulatorischen Anforderungen müssen fest in die Vertragssprache integriert werden.
Unternehmen müssen Verträge sorgfältig auf potenzielle blinde Flecken prüfen – insbesondere in Bezug auf Haftung, Zeitpläne und Datenverarbeitung. Idealerweise sollten Startups ihre eigenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorschlagen. Bei Verhandlungen mit Branchenriesen ist dies jedoch selten realisierbar.
3. Die unterschätzte Bedeutung der Organhaftpflichtversicherung
Ein kritischer, aber oft übersehener Aspekt des Risikomanagements ist die persönliche Haftung der Unternehmensführung. Während eine „Key-Person“-Versicherung von Investoren manchmal gefordert wird, ist eine Management-Haftpflichtversicherung (auch bekannt als D&O-Versicherung) selten vorgeschrieben – was eine erhebliche Sicherheitslücke hinterlässt.
Im Falle einer Unternehmensliquidation oder eines Projektscheiterns kann das Privatvermögen der Geschäftsführer bei Vorwürfen von Managementfehlern gefährdet sein. Tatsächlich untersuchen Liquidatoren in über 30 % der Liquidationsfälle die Verantwortung der Geschäftsführung.
Diese Versicherungsart deckt in der Regel sowohl die Kosten der Rechtsverteidigung als auch Entschädigungen an Dritte ab. Sie wird vom Unternehmen bezahlt und gilt im Allgemeinen nicht als steuerpflichtiger geldwerter Vorteil für die Einzelperson. Über ihren Schutzwert hinaus signalisiert das Angebot dieser Absicherung eine Kultur des Risikobewusstseins und der Risikobeherrschung – ein zunehmend wichtiges Signal für Investoren, insbesondere während Finanzierungsrunden.