Patientenspezifische Computermodellierung zur automatisierten Dimensionierung fenestrierter Stentgrafts
Zielsetzung
Ziel war die Validierung eines patientenspezifischen Computermodells für den Einsatz von Zenith®-Fenestrierungs-Stentgrafts bei abdominellen Aortenaneurysmen zur Vorhersage der Fenestrierungspositionen.
Methoden
Es handelte sich um eine retrospektive Analyse der Genauigkeit numerischer Simulationen für die Dimensionierung fenestrierter Stentgrafts. Bei 51 aufeinanderfolgenden Patienten, die sich in zwei Gefäßchirurgie-Zentren mit hohem Aorten-Operationsaufkommen einer erfolgreichen endovaskulären Versorgung mit Zenith®-Fenestrierungs-Stentgrafts unterzogen hatten, wurde eine Finite-Elemente-Computersimulation durchgeführt.

Die longitudinalen und rotationalen Uhrzeitpositionen der Fenestrierungen wurden an den simulierten Modellen gemessen. Diese Messungen wurden mit den Ergebnissen verglichen, die von
- einem unabhängigen Beobachter anhand der postoperativen Computertomographie (CT) sowie
- dem Planungs-Team des Stentgraft-Herstellers anhand der präoperativen CT ermittelt wurden.
- Zudem wurden die prä- und postoperativen Positionen verglichen. Abweichungen von >3 mm bei der longitudinalen Distanz und >15° bei der Uhrzeitposition wurden als signifikant eingestuft.
Die Reproduzierbarkeit wurde mittels Bland-Altman-Analyse und linearer Regression bewertet.
Ergebnisse
Insgesamt wurden 195 Zielarterien analysiert. Sowohl die Bland-Altman-Analyse als auch die lineare Regression zeigten eine gute Reproduzierbarkeit zwischen den drei angewandten Messverfahren.

Die mediane absolute Differenz zwischen der Simulation und der postoperativen CT betrug 1,0 ± 1,1 mm für die longitudinalen Distanzmessungen und 6,9 ± 6,1° für die Uhrzeitpositionen.
Die mediane absolute Differenz zwischen dem Planungszentrum und der postoperativen CT betrug 0,8 ± 0,8 mm für die longitudinalen Distanzmessungen und 5,1 ± 5,0° für die Uhrzeitpositionen.
Schließlich betrug die mediane absolute Differenz zwischen der Simulation und dem Planungszentrum 0,96 ± 0,97 mm für die longitudinalen Distanzmessungen und 4,8 ± 3,6° für die Uhrzeitpositionen.
Schlussfolgerung

Das numerische Modell für den Einsatz fenestrierter Stentgrafts ist präzise für die Planung der Fenestrierungspositionen. Es wurde an 51 Patienten validiert, bei denen die Fenestrierungslokalisationen mit der von Ärzten und dem Planungszentrum durchgeführten Dimensionierung übereinstimmten.