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PlanOp iSizing

iSizing in der Praxis: Automatisierte EVAR-Größenbestimmung & Planung mit Prof. Rafaelle Spear

May 28, 2026
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8 Min.

Die endovaskuläre Aneurysmareparatur (EVAR) hängt maßgeblich von der Qualität der präoperativen Planung ab. Ein paar Millimeter am proximalen Hals, eine unterschätzte Angulation oder eine übersehene Verkalkung am Zugangsweg – all das kann einen elektiven Eingriff zu einer komplizierten Angelegenheit machen.

Traditionell war der Schritt der Vermessung, der jeder Entscheidung für ein Implantat zugrunde liegt, manuell, zeitaufwendig und vom Anwender abhängig.

In diesem Fall des Monats zeigt uns Prof. Rafaelle Spear anhand eines realen Falls eines abdominellen Aortenaneurysmas am CHU Grenoble Alpes, wie automatisierte Vermessung und interaktive Planung in iSizing ineinandergreifen – vom CT bis hin zur vollständig spezifizierten Endograft-Konfiguration.

Kontext des Falls

Der Patient stellte sich mit einem infrarenalen abdominellen Aortenaneurysma vor. Die automatisierte Segmentierung in iSizing berücksichtigte sofort sowohl Thromben als auch Verkalkungen entlang der Aortenwand und lieferte ein vollständiges Bild der Anatomie, noch bevor eine einzige Messung durchgeführt wurde.

iSizing bewertet den proximalen Hals auf mehreren Ebenen und liefert 100 Durchmesser-Messungen pro Schicht, um insgesamt 80.000 Messungen für den maximalen und durchschnittlichen Durchmesser zu berechnen.

Automatisierte Vermessung

Zwei Aspekte stechen bei diesem Bild sofort ins Auge: ein kurzer, leicht konischer proximaler Hals mit nicht zu unterschätzender Angulation sowie eine linke Arteria iliaca communis, die sich in der Mitte des Gefäßes deutlich erweitert – beides klassische Herausforderungen, die die Wahl des Implantats und die Strategie für die Landezone bestimmen.

Warum ist automatisierte Vermessung wichtig?

Der Wert der automatisierten Vermessung liegt nicht nur in der Geschwindigkeit, auch wenn der Bericht mit einem einzigen Klick innerhalb von Minuten vorliegt. Es ist die Konsistenz. Jeder Querschnitt wird auf die gleiche Weise vermessen. Jede Mittellinie wird identisch rekonstruiert. Der Chirurg investiert Zeit in die Beurteilung, nicht in die Arbeit mit dem Messschieber.

In iSizing bietet der Workflow dem Anwender zwei komplementäre Ansichten:

  1. Ein interaktives 3D-Modell das die Mittellinie, die Durchmessersowie die verkalkten/thrombotischen Bereiche mit einem herunterladbaren Größenbericht , der alle für die Bestellung und die intraoperative Referenz erforderlichen Messungen zusammenfasst.
  2. Querschnittsansichten auf Höhe der jeweiligen Gefäßhälse und Iliakalgefäße werden neben der 3D-Ansicht dargestellt, sodass der Chirurg die Werte mit dem ursprünglichen CT abgleichen kann , bevor er eine Entscheidung trifft.

In diesem Fall bedeutete dies, dass Prof. Spear auf einen Blick erkennen konnte, dass der proximale Gefäßhals über die ersten 15 mm im Bereich von 16,9–17,7 mm blieb – was eine nutzbare, wenn auch kurze, Versiegelungszone bestätigte.

Die Planungsstrategie von Prof. Spear

Sobald die Messungen feststehen, verlagert sich die Planung von „Wie sieht die Anatomie aus?“ hin zu „Was passt zu dieser Anatomie?“

iSizing zeigt beide Fragen auf demselben Bildschirm an:

  1. Der Anwender wählt ein Produkt aus und sieht sofort dessen Positionierung auf dem patientenspezifischen 3D-Modell, wobei proximale und distale Referenzlinien angepasst werden können, während sich das Produkt in Echtzeit anpasst.

Vorteile von Planning Agent

Die interaktive Planung zeigt eine Vorschau der tatsächlichen Platzierung des Stentgrafts in der Aorta. Mit iSizing können Sie:

  1. Produkte verschiedener Hersteller auswählen (Medtronic, Cook, Gore, Artivion, Terumo) – und das alles innerhalb desselben Workflows, ohne den gesamten Produktkatalog auswendig kennen zu müssen.
  2. Passen Sie die Referenzlinien an und beobachten Sie, wie das Endograft in der 3D-Anatomie neu berechnet wird, sodass die Auswirkungen einer Verschiebung der Landezone um wenige Millimeter sofort sichtbar werden.
  3. Erstellen Sie den vollständigen Sizing- und Planungsbericht mit nur einem Klick, sobald die Konfiguration festgelegt ist.

Das Ergebnis ist keine schnellere Version des alten Workflows. Es ist ein völlig neuer Workflow – einer, bei dem die Produktauswahl zu einem iterativen Dialog mit der Anatomie wird, anstatt eine einmalige Entscheidung auf Basis eines Stapels axialer Schichtbilder zu sein.

Fazit

Drei Aspekte dieses Falls stechen besonders hervor:

  • Automatisierte, mehrstufige Beurteilung des Aneurysmahalses ist nützlicher, da sie rund 100 Messwerte liefert, die Prof. Spear ein klares Bild verschafften, bevor ein Implantat ausgewählt wurde.
  • Interaktiver Planungsassistent verändert die Art der Planung. Anstatt sich ein Implantat mental in ein CT zu projizieren, sieht der Chirurg es direkt an der richtigen Stelle und kann in Sekundenschnelle zwischen Herstellern wechseln oder die Landezonen anpassen.
  • Zeitersparnis, Größenbestimmungs- und Planungsberichte, deren manuelle Erstellung früher eine Stunde in Anspruch nahm, werden jetzt in wenigen Minuten erstellt.

Bei komplexen Anatomien wie dieser – kurzer, abgewinkelter Aneurysmahals, asymmetrische Iliakalgefäße, verkalkte Gefäßwände – zeigt sich genau hier, wie KI-gestützte Werkzeuge Gefäßchirurgen durch die Kombination von automatisierter Segmentierung und interaktiver Planung unterstützen.

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