Computersimulation der transkathetergestützten Edge-to-Edge-Mitralklappenreparatur
Einleitung
Ein 73-jähriger Mann, bei dem vor 4 Monaten während eines ST-Hebungsinfarkts ein Stent in die Arteria circumflexa eingesetzt wurde, wurde aufgrund von Herzinsuffizienz auf die Intensivstation aufgenommen. Er benötigte zunächst eine assistierte Beatmung, sprach jedoch gut auf die medikamentöse Therapie an.
Die transthorakale und transösophageale Echokardiographie zeigte eine schwere Mitralinsuffizienz (MI) aufgrund einer restriktiven Segelbewegung und eines Prolapses des medialen Segments der posterioren Klappe mit einer kleinen Sehnenfadenruptur, begrenzte Wandbewegungsstörungen der Hinterwand bei einer Ejektionsfraktion von 45 % sowie einen systolischen Lungendruck von 60 mmHg.
Eine Revaskularisierung war nicht erforderlich und ein Mitraclip XTL® (Abbott Vascular Inc., Santa Clara, CA, USA) wurde zwischen A3 und P3 (roter Pfeil) implantiert, wodurch der Grad der MI von schwer auf moderat gesenkt werden konnte. Der Zustand des Patienten verbesserte sich deutlich.
Beobachtung
Unter Verwendung einer Finite-Elemente-Prototyp-Software (PlanOp® Structural Heart, PrediSurge, Frankreich) simulierten wir die Ergebnisse des Eingriffs. Zunächst wurde ein 3D-Modell der Mitralklappe erstellt, das die medial lokalisierte MI vor der Implantation reproduzierte (Panel A).

Die Clip-Implantation wurde unter Verwendung derselben Clipgröße an identischer Position simuliert. Das simulierte Modell sagte eine verbleibende moderate MI lateral zum Clip sowie eine Regurgitationsöffnung von 0,20 cm2 voraus (Panel B). Wir erhielten eine ähnliche diastolische Öffnungsform (Panel C).
Ergebnis
Wir präsentieren einen Proof-of-Concept-Fallbericht einer computergestützten Simulation unter Verwendung der Finite-Elemente-Methode für den transkathetergestützten Edge-to-Edge-Mitralklappenersatz, die die prozeduralen Ergebnisse präzise nachbildet.
Angesichts der erwarteten Zunahme an Zentren und Operateuren, die transkathetergestützte Eingriffe durchführen, sowie der wachsenden Verfügbarkeit neuer Produkte, wird personalisierte Medizin zur Unterstützung der prozeduralen Planung und der klinischen Entscheidungsfindung von entscheidender Bedeutung sein.