Computergestützte Vorhersage der proximalen Abdichtung bei EVAR mit ungünstigen Aortenhälsen
Zielsetzung
Die endovaskuläre Aortenaneurysma-Reparatur (EVAR) hat sich in den meisten Zentren als Standardbehandlung für abdominale Aortenaneurysmen etabliert.
Dennoch treten gelegentlich Komplikationen bei der proximalen Abdichtung auf, die zu Endoleaks und Migrationen führen können. Dies gilt insbesondere bei ungünstigen Aortenanatomien und hängt stark von den biomechanischen Wechselwirkungen zwischen Aortenwand und Endoprothese ab.
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Validierung eines patientenspezifischen Computermodells, das diese Komplikationen präzise vorhersagen kann.
Methoden
Auf Basis präoperativer CT-Aufnahmen entwickelten wir Finite-Elemente-Modelle der Aorta von 10 Patienten, die sich einer endovaskulären Aortenaneurysma-Reparatur unterzogen hatten – 7 mit Standardmorphologien und 3 mit ungünstigen Anatomien.

Wir simulierten die Entfaltung der Stentgrafts in jeder Aorta durch die Lösung des mechanischen Gleichgewichts mittels einer virtuellen Schalenmethode. Abschließend verglichen wir die tatsächlichen Positionen der Stentringe aus postoperativen CT-Aufnahmen mit den simulierten Vorhersagen.
Ergebnisse

Für jeden Patienten konnte eine erfolgreiche Entfaltungssimulation durchgeführt werden. Die relativen radialen, transversalen und longitudinalen Abweichungen betrugen 6,3 ± 4,4 %, 2,5 ± 0,9 mm bzw. 1,4 ± 1,1 mm.
Schlussfolgerungen

Das numerische Modell sagte die Positionen der Stentgrafts im Aortenhals bei 10 Patienten präzise voraus, selbst bei komplexen Anatomien. Dies zeigt das Potenzial von Computersimulationen, mögliche proximale Endoleak-Komplikationen bereits vor EVAR-Eingriffen vorherzusehen.